Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, der Starttermin vereinbart – damit ist der Recruiting-Prozess zwar weitgehend abgeschlossen, die erfolgreiche Integration einer neuen Fachkraft jedoch noch nicht. Gerade die ersten Tage und Wochen prägen, wie schnell sich neue Mitarbeitende fachlich orientieren, Kontakte aufbauen und ihre Rolle im Unternehmen verstehen.
Professionelles Onboarding setzt deshalb nicht erst mit der Begrüßung am ersten Arbeitstag ein. Bereits zwischen Vertragsunterzeichnung und Arbeitsbeginn können Unternehmen wichtige Voraussetzungen schaffen: technische Ausstattung vorbereiten, Zugänge einrichten, einen Einarbeitungsplan erstellen, Ansprechpartner festlegen und den Kontakt zur neuen Kollegin oder zum neuen Kollegen halten.
Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt systematisches Onboarding als fachliche, soziale und kulturelle Integration neuer Mitarbeitender. In ihrem eigenen Onboarding-Konzept beginnt der Prozess bereits mit der Einstellungszusage und reicht von der Vorbereitung über die Orientierung bis zur Integration.
Damit wird deutlich: Gute Einarbeitung besteht nicht aus einem einzelnen Willkommenstermin. Sie ist ein strukturierter Prozess, an dem Führungskräfte, HR, Teammitglieder und neue Beschäftigte beteiligt sind.
Die folgenden Onboarding Tipps zeigen, wie Unternehmen diesen Prozess gestalten können und was neue Mitarbeitende selbst dazu beitragen können, sicher in ihrer neuen Position anzukommen.
Unter Onboarding versteht man den strukturierten Prozess, mit dem neue Mitarbeitende in ein Unternehmen, ihre Position und ihr Arbeitsumfeld eingeführt werden.
Dabei geht es um wesentlich mehr als die reine Einarbeitung in fachliche Aufgaben.
Ein vollständiger Onboarding-Prozess umfasst drei zentrale Ebenen:
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Ebene |
Ziel |
Typische Maßnahmen |
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Fachliche Integration |
Aufgaben, Systeme und Prozesse verstehen |
Schulungen, Dokumentationen, Einarbeitungsplan |
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Soziale Integration |
Beziehungen im Unternehmen aufbauen |
Teamvorstellung, Buddy, gemeinsame Termine |
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Kulturelle Integration |
Arbeitsweise und Werte kennenlernen |
Unternehmenskultur, Kommunikationswege, Feedbackkultur |
Diese Ebenen greifen ineinander. Eine neue Softwareentwicklerin kann beispielsweise technisch hervorragend eingearbeitet sein und trotzdem Schwierigkeiten haben, wenn unklar bleibt, wer Entscheidungen trifft oder wie Abstimmungen im Team funktionieren.
Umgekehrt reicht eine freundliche Begrüßung nicht aus, wenn notwendige Zugänge fehlen und niemand erklären kann, welche Aufgaben Priorität haben.
Die Bundesagentur für Arbeit unterteilt Onboarding in ihrem Konzept in eine Vorbereitungsphase vor Arbeitsaufnahme, eine Orientierungsphase ab dem ersten Arbeitstag und eine anschließende Integrationsphase. Als wesentlich beschreibt sie dabei unter anderem die kontinuierliche Begleitung durch die zuständige Führungskraft sowie eine Patin oder einen Paten.
Merke: Onboarding verbindet fachliche Einarbeitung mit sozialer und kultureller Integration. Erst das Zusammenspiel dieser Bereiche ermöglicht einen strukturierten Einstieg.
Neue Mitarbeitende müssen zu Beginn zahlreiche Informationen gleichzeitig verarbeiten. Sie lernen neue Personen kennen, arbeiten mit unbekannten Systemen, müssen interne Abläufe verstehen und zugleich Erwartungen an ihre neue Position erfüllen.
Fehlt dabei eine klare Struktur, entstehen schnell vermeidbare Unsicherheiten.
Typische Fragen während der ersten Tage lauten beispielsweise:
Ein guter Onboarding-Prozess beantwortet solche Fragen nicht zufällig, sondern systematisch.
Für Unternehmen hat dies einen weiteren Vorteil: Wissen muss nicht bei jeder Neueinstellung improvisiert weitergegeben werden. Wiederkehrende Abläufe lassen sich dokumentieren und Verantwortlichkeiten eindeutig festlegen.
Gerade bei IT-Positionen ist diese Vorbereitung relevant. Entwicklungsumgebungen, Zugriffsrechte, VPN, Repositories, Ticketsysteme, interne Dokumentationen oder Sicherheitsfreigaben können darüber entscheiden, ob eine neue Fachkraft tatsächlich arbeitsfähig ist.
Aus unserer Erfahrung im IT-Recruiting zeigt sich deshalb: Der Übergang vom erfolgreichen Recruiting zur tatsächlichen Integration sollte als zusammenhängender Prozess betrachtet werden. Mit der Vertragsunterschrift endet die Candidate Journey nicht abrupt.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Onboarding mit dem ersten Arbeitstag gleichzusetzen. Tatsächlich sollte die Vorbereitung deutlich früher beginnen.
Die Zeit zwischen Vertragsunterzeichnung und Arbeitsbeginn wird häufig als Preboarding bezeichnet.
Dieser Zeitraum kann mehrere Wochen oder sogar Monate umfassen. Gerade bei längeren Kündigungsfristen entsteht ansonsten eine Phase, in der zwischen Unternehmen und neuer Fachkraft kaum Kontakt besteht.
Professionelles Preboarding nutzt diese Zeit, ohne neue Mitarbeitende bereits mit Arbeitsaufgaben zu belasten.
Haufe weist ebenfalls darauf hin, dass Onboarding mehr als die Begrüßung am ersten Arbeitstag ist und als eigener Prozess mit klar definierten Strukturen und Zuständigkeiten verstanden werden sollte.
Die organisatorischen Grundlagen sollten möglichst erledigt sein, bevor die neue Person ihren Arbeitsplatz zum ersten Mal nutzt.
Eine sinnvolle Vorbereitung umfasst beispielsweise:
Die Vorbereitung technischer Arbeitsmittel ist dabei keineswegs nur ein Komfortthema. Auch Materialien der Bundesagentur für Arbeit zur betrieblichen Integration empfehlen, sicherzustellen, dass notwendige Arbeitsmaterialien und Geräte am ersten Arbeitstag vorliegen und beispielsweise E-Mail und Telefon
eingerichtet sind.
Preboarding bedeutet nicht, dass neue Beschäftigte vor ihrem vertraglichen Arbeitsbeginn bereits Aufgaben erledigen sollen.
Sinnvoller sind kurze, relevante Kontakte.
Eine Nachricht einige Tage vor dem Start kann beispielsweise den Ablauf des ersten Tages erklären, den Ansprechpartner nennen und offene organisatorische Fragen klären. Dadurch weiß die neue Fachkraft, was sie erwartet und an wen sie sich wenden kann.
Auch eine Einladung zu einer freiwilligen Teamveranstaltung kann je nach Zeitraum und Unternehmenskultur passend sein. Entscheidend ist, dass daraus keine Erwartung unbezahlter Arbeitsleistung entsteht.
Praxistipp: Senden Sie einige Tage vor Arbeitsbeginn eine kompakte Startinformation. Uhrzeit, Treffpunkt beziehungsweise Login, Ansprechpartner, Tagesablauf und notwendige Unterlagen reichen meist aus. Ein umfangreiches Informationspaket unmittelbar vor dem Start kann dagegen mehr überfordern als helfen.
Eine praktische Preboarding-Checkliste verhindert, dass grundlegende Aufgaben erst erledigt werden, wenn die neue Fachkraft bereits vor Ort ist.
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Bereich |
Vor dem Start klären |
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Personal |
Unterlagen, Stammdaten, relevante Formalitäten |
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Arbeitsplatz |
Schreibtisch beziehungsweise Remote-Ausstattung vorbereiten |
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IT |
Hardware, Accounts, Zugänge und Berechtigungen |
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Team |
Kolleginnen und Kollegen über den Start informieren |
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Führungskraft |
Ziele und Einarbeitungsplan vorbereiten |
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Organisation |
Termine und Einführungen koordinieren |
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Kommunikation |
Informationen zum ersten Arbeitstag versenden |
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Betreuung |
Buddy oder zentrale Ansprechperson festlegen |
Besonders ungünstig wirkt ein erster Arbeitstag, an dem ein neuer Mitarbeiter zwar motiviert erscheint, aber weder einen funktionierenden Laptop noch notwendige Zugänge erhält. Solche Probleme sind in vielen Fällen vermeidbar, wenn HR, Führungskraft und IT ihre Aufgaben frühzeitig koordinieren.
Mit dem Arbeitsbeginn verändert sich der Schwerpunkt.
Vor dem Start stehen Vorbereitung und Orientierung im Vordergrund. Ab dem ersten Arbeitstag geht es darum, die neue Person schrittweise in Aufgaben, Team und Organisation zu integrieren.
Dabei sollte der erste Tag weder aus stundenlangen Präsentationen bestehen noch vollständig mit fachlichen Aufgaben gefüllt werden. Neue Mitarbeitende benötigen zunächst einen Überblick: Wer arbeitet mit wem zusammen? Welche Systeme sind wichtig? Was wird in den ersten Tagen erwartet? Wo finden sie Unterstützung?
Genau deshalb verdient der erste Arbeitstag einen eigenen Ablauf statt einer improvisierten Begrüßung.
Der erste Arbeitstag prägt den ersten unmittelbaren Eindruck vom neuen Arbeitgeber. Für neue Mitarbeitende treffen an diesem Tag häufig Vorfreude, hohe Aufmerksamkeit und eine gewisse Unsicherheit aufeinander. Unternehmen sollten deshalb Orientierung schaffen, ohne den Kalender mit Terminen und Informationen zu überladen.
Ein gelungener Start beginnt bereits mit scheinbar einfachen Details: Wer empfängt die neue Person? Ist der Arbeitsplatz vorbereitet? Funktionieren Laptop und Zugänge? Weiß das Team über den Einstieg Bescheid?
Sind diese Punkte geklärt, kann sich der neue Mitarbeiter auf das Wesentliche konzentrieren: Menschen kennenlernen, die eigene Rolle verstehen und einen ersten Überblick über Aufgaben und Abläufe gewinnen.
Ein sinnvoll strukturierter erster Arbeitstag kann beispielsweise so aussehen:
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Zeitpunkt |
Inhalt |
Ziel |
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Arbeitsbeginn |
Persönliche Begrüßung und organisatorischer Einstieg |
Sicherheit und Orientierung schaffen |
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Vormittag |
Arbeitsplatz, Technik und wichtigste Systeme |
Arbeitsfähigkeit herstellen |
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Vormittag |
Team und zentrale Ansprechpartner kennenlernen |
Soziale Integration beginnen |
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Mittag |
Gemeinsame Pause mit Team oder Buddy |
Informellen Austausch ermöglichen |
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Nachmittag |
Rolle, Aufgaben und erste Ziele besprechen |
Erwartungen klären |
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Nachmittag |
Überblick über Prozesse und aktuelle Projekte |
Fachlichen Kontext vermitteln |
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Tagesabschluss |
Kurzes Gespräch mit Führungskraft oder Buddy |
Fragen klären und nächsten Tag vorbereiten |
Der konkrete Ablauf hängt von Position, Unternehmen und Arbeitsmodell ab. Entscheidend ist nicht, jede Stunde durchzuplanen. Vielmehr sollte die neue Fachkraft jederzeit wissen, was als Nächstes passiert und an wen sie sich bei Fragen wenden kann.
Eine ausführliche Unternehmenspräsentation ersetzt kein persönliches Gespräch mit der direkten Führungskraft.
Gerade zu Beginn benötigen neue Mitarbeitende Klarheit darüber, welche Rolle sie im Team übernehmen und welche Erwartungen realistisch sind. Dabei geht es noch nicht um detaillierte Leistungsziele für die kommenden Monate. Zunächst sollte ein gemeinsames Verständnis für Aufgaben und Zusammenarbeit entstehen.
Im ersten Gespräch können unter anderem folgende Punkte geklärt werden:
Gerade der letzte Punkt verhindert falsche Erwartungen. Neue Mitarbeitende sollten nicht davon ausgehen müssen, vom ersten Tag an dieselbe Produktivität wie erfahrene Teammitglieder zu erreichen.
Merke: Ein guter erster Arbeitstag vermittelt nicht möglichst viele Informationen. Er schafft Orientierung, persönliche Kontakte und Klarheit darüber, wie die nächsten Tage und Wochen aussehen.
Nach dem ersten Arbeitstag beginnt die eigentliche fachliche Orientierung. Die Herausforderung besteht darin, neue Mitarbeitende produktiv einzubinden, ohne sie mit Informationen zu überfordern.
Die erste Woche sollte deshalb einen Wechsel aus Einführung, praktischer Arbeit, Austausch und eigenständiger Orientierung ermöglichen.
Statt zahlreiche Schulungen unmittelbar hintereinander zu planen, ist es sinnvoller, Informationen dann bereitzustellen, wenn sie für die nächsten Aufgaben benötigt werden.
Ein möglicher Ablauf sieht so aus:
Im Mittelpunkt stehen das Ankommen, die wichtigsten Personen, organisatorische Grundlagen und ein erster Überblick über Rolle und Aufgaben.
Nun können zentrale Werkzeuge, interne Prozesse und relevante Dokumentationen vertieft werden. Bei IT-Fachkräften gehören dazu je nach Position beispielsweise Entwicklungsumgebungen, Repositories, Ticketsysteme oder technische Dokumentationen.
Eine überschaubare Aufgabe ermöglicht es, Prozesse erstmals selbst anzuwenden. Sie sollte relevant genug sein, um einen Einblick in die tatsächliche Arbeit zu geben, aber nicht unnötig komplex.
Meetings, Schnittstellen und Teamprozesse rücken stärker in den Mittelpunkt. Neue Mitarbeitende sollten nachvollziehen können, wie Informationen weitergegeben und Entscheidungen getroffen werden.
Ein kurzes Feedbackgespräch bietet Raum für Fragen:
Was funktioniert bereits gut? Wo fehlen Informationen? Welche Zugänge oder Kenntnisse werden noch benötigt? Was steht in der kommenden Woche an?
Dadurch lassen sich Hindernisse früh erkennen, statt sie über mehrere Wochen bestehen zu lassen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, möglichst alle Informationen in den ersten zwei Tagen vermitteln zu wollen. Planen Sie stattdessen kurze Lern- und Arbeitsphasen. Neue Mitarbeitende können das Gelernte dadurch direkt anwenden und offene Fragen im nächsten Gespräch gezielt ansprechen.
Ein umfangreiches Unternehmenshandbuch kann dabei unterstützen, ersetzt aber nicht den persönlichen Austausch. Gerade informelles Wissen – etwa darüber, welche Teams eng zusammenarbeiten oder wie bestimmte Entscheidungen praktisch getroffen werden – lässt sich nur begrenzt dokumentieren.
Ein wirksamer Einarbeitungsprozess benötigt Struktur, sollte aber genügend Spielraum für unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten lassen.
Besonders hilfreich sind folgende Onboarding Tipps:
Neue Mitarbeitende sollten wissen, wer für welche Fragen zuständig ist. Die Führungskraft, HR, IT-Support und ein möglicher Buddy übernehmen unterschiedliche Aufgaben.
Unklare Zuständigkeiten führen dagegen schnell dazu, dass einfache Probleme unnötig lange ungelöst bleiben.
Statt unmittelbar langfristige Leistungsziele in den Mittelpunkt zu stellen, sollten Erwartungen für einzelne Phasen formuliert werden.
In den ersten Wochen kann beispielsweise das Verständnis von Produkten, Systemen und Prozessen wichtiger sein als messbarer Output.
Feedback sollte nicht erst am Ende der Probezeit stattfinden.
Kurze Gespräche nach dem ersten Tag, nach der ersten Woche und anschließend in regelmäßigen Abständen ermöglichen frühzeitige Korrekturen. Gleichzeitig kann die neue Fachkraft Rückmeldung dazu geben, welche Informationen oder Ressourcen noch fehlen.
Dokumentationen, Ansprechpartner, Prozesse und häufig benötigte Informationen sollten nicht über verschiedene private Dateien oder alte E-Mail-Verläufe verteilt sein.
Ein zentraler Einstiegspunkt erleichtert die selbstständige Orientierung erheblich.
Soziale Integration entsteht nicht automatisch dadurch, dass eine Person in einen Team-Chat aufgenommen wird.
Gemeinsame Mittagspausen, kurze Kennenlerntermine oder die Zusammenarbeit an einer ersten Aufgabe können dabei helfen, Beziehungen aufzubauen.
Neue Mitarbeitende müssen nicht nur verstehen, was sie tun sollen. Sie müssen auch herausfinden, wie die Zusammenarbeit im Unternehmen funktioniert.
Aktuelle Forschung zum Onboarding hebt insbesondere drei Bereiche hervor: Rollenklarheit, Aufgabenbeherrschung und soziale Akzeptanz. Eine 2026 in PERSONALquarterly vorgestellte Untersuchung beschreibt diese Faktoren als zentrale Indikatoren dafür, wie erfolgreich sich neue Beschäftigte in eine Organisation integrieren.
Soziale Integration ist damit kein optionaler Zusatz zu fachlicher Einarbeitung.
Eine neue Fachkraft kann beispielsweise alle notwendigen technischen Kenntnisse besitzen und trotzdem Schwierigkeiten beim Einstieg haben, wenn sie kaum Kontakte im Unternehmen aufbauen kann oder informelle Kommunikationswege nicht versteht.
Ein Buddy-System kann hier unterstützen.
Ein Buddy ist eine Kollegin oder ein Kollege, der während der ersten Wochen als niedrigschwellige Ansprechperson zur Verfügung steht.
Dabei sollte der Buddy nicht die Rolle der Führungskraft übernehmen.
Während die Führungskraft Ziele, Verantwortlichkeiten und Leistungserwartungen klärt, kann ein Buddy vor allem bei praktischen Fragen helfen:
Gerade Fragen, die neuen Mitarbeitenden zu klein für ein Gespräch mit der Führungskraft erscheinen, lassen sich auf diesem Weg unkompliziert klären.
Ein Buddy sollte allerdings bewusst ausgewählt werden. Entscheidend sind nicht nur Erfahrung und Fachwissen, sondern auch ausreichend Zeit und die Bereitschaft, Wissen verständlich weiterzugeben.

Wie funktioniert ein 30-60-90-Tage-Onboarding?
Ein 30-60-90-Tage-Plan strukturiert die ersten drei Monate in aufeinander aufbauende Phasen. Dabei handelt es sich nicht um ein starres System. Aufgaben und Geschwindigkeit sollten an Position, Berufserfahrung und Komplexität der Tätigkeit angepasst werden.
Für viele Fach- und Führungspositionen bietet das Modell jedoch einen hilfreichen Rahmen.
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Zeitraum |
Schwerpunkt |
Mögliche Ziele |
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Tage 1–30 |
Verstehen und orientieren |
Team, Rolle, Systeme, Prozesse und Ziele kennenlernen |
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Tage 31–60 |
Anwenden und Verantwortung ausbauen |
Aufgaben zunehmend selbstständig bearbeiten und Zusammenarbeit vertiefen |
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Tage 61–90 |
Eigenständig beitragen |
Verantwortung übernehmen, Ergebnisse liefern und Entwicklungsfelder identifizieren |
In der ersten Phase steht Lernen im Mittelpunkt.
Neue Mitarbeitende sollten verstehen, welche Ziele das Unternehmen und ihr Team verfolgen, wie die eigene Position dazu beiträgt und welche Prozesse für ihre Arbeit relevant sind.
Die Führungskraft sollte dabei nicht nur Aufgaben erklären, sondern auch Zusammenhänge vermitteln.
Nach der Orientierungsphase sollte die Eigenständigkeit zunehmen.
Aufgaben werden komplexer, Kontakte zu relevanten Schnittstellen vertiefen sich und die neue Fachkraft kann zunehmend eigene Entscheidungen innerhalb ihres Verantwortungsbereichs treffen.
Regelmäßiges Feedback bleibt wichtig. Gerade jetzt zeigt sich häufig, ob Erwartungen aus dem Recruiting-Prozess und die tatsächliche Tätigkeit übereinstimmen.
Im dritten Abschnitt sollte die neue Person zunehmend sicher in ihrer Rolle arbeiten.
Nun können stärker konkrete Ergebnisse und längerfristige Entwicklungsziele in den Mittelpunkt rücken. Gleichzeitig ist dies ein geeigneter Zeitpunkt, den bisherigen Onboarding-Prozess gemeinsam zu bewerten.
Welche Informationen haben gefehlt? Welche Schulungen waren hilfreich? Wo gab es unnötige Verzögerungen?
Diese Rückmeldungen helfen nicht nur der neuen Fachkraft, sondern verbessern das Onboarding zukünftiger Mitarbeitender.
Ein Onboarding-Plan sollte Orientierung schaffen und nicht dazu dienen, neue Beschäftigte möglichst schnell unter maximalen Leistungsdruck zu setzen. Komplexe Positionen benötigen unterschiedliche Einarbeitungszeiten. Ziele sollten deshalb realistisch, positionsbezogen und gemeinsam mit der neuen Fachkraft abgestimmt werden.
HR kann den organisatorischen Rahmen schaffen, doch die fachliche Integration findet überwiegend im direkten Arbeitsumfeld statt. Deshalb trägt die Führungskraft einen wesentlichen Teil der Verantwortung für einen gelungenen Einstieg.
Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören:
Besonders problematisch ist es, wenn eine Führungskraft am ersten Tag kurz begrüßt und anschließend über Wochen kaum verfügbar ist.
Neue Mitarbeitende müssen dann selbst herausfinden, welche Erwartungen gelten. Das erhöht das Risiko von Missverständnissen und unnötigen Fehlern.
Gleichzeitig sollte Onboarding nicht in Mikromanagement übergehen. Ziel ist, mit zunehmender Erfahrung immer mehr Eigenständigkeit zu ermöglichen.
Auch ein gut vorbereiteter Einarbeitungsplan kann ein aufnahmebereites Team nicht ersetzen.
Kolleginnen und Kollegen vermitteln einen großen Teil des Wissens, das in keiner Prozessbeschreibung steht. Sie zeigen, wie die tägliche Zusammenarbeit tatsächlich funktioniert, welche Schnittstellen besonders relevant sind und wie Probleme im Arbeitsalltag gelöst werden.
Deshalb sollte das Team bereits vor dem Start wissen:
Dabei sollten Unternehmen vermeiden, neue Mitarbeitende am ersten Tag durch eine endlose Reihe kurzer Vorstellungsrunden zu schicken. Sinnvoller ist es, zunächst die Personen kennenzulernen, mit denen eine direkte Zusammenarbeit besteht. Weitere Kontakte können anschließend schrittweise folgen.
Ein gelungener Einstieg lässt sich nicht daran erkennen, dass sämtliche Punkte einer Checkliste abgehakt wurden.
Nach den ersten Wochen sollte eine neue Fachkraft vielmehr grundlegende Fragen selbst beantworten können:
Welche Verantwortung trage ich? Wer sind meine wichtigsten Ansprechpartner? Wie funktionieren die zentralen Prozesse? Welche Erwartungen gelten für meine Position? Wo finde ich Informationen und Unterstützung?
Gleichzeitig sollte die Person zunehmend selbstständig arbeiten können, ohne bei jeder Aufgabe auf improvisierte Hilfe angewiesen zu sein.
Damit ist allerdings nur ein Teil eines vollständigen Onboarding-Konzepts abgedeckt. Besonders bei IT-Fachkräften sowie bei Remote- und Hybrid-Arbeit entstehen zusätzliche Anforderungen an Zugänge, Dokumentation, Kommunikation und soziale Integration.
Bei IT-Fachkräften entscheidet die technische Vorbereitung besonders stark darüber, wie schnell der Einstieg gelingt. Ein bereitgestellter Laptop allein reicht nicht aus. Entwicklungsumgebungen, Berechtigungen, Sicherheitsrichtlinien und interne Dokumentationen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Je nach Position unterscheiden sich die Anforderungen erheblich. Ein Softwareentwickler benötigt andere Zugänge als eine IT-Projektmanagerin, ein Cloud Engineer oder eine Führungskraft im IT-Bereich.
Deshalb sollte das technische Onboarding bereits vor dem ersten Arbeitstag individuell vorbereitet werden.
Eine mögliche Checkliste sieht so aus:
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Bereich |
Typische Vorbereitung |
|
Hardware |
Laptop, Monitore, Headset, Zubehör |
|
Benutzerkonten |
E-Mail, Identity Management, interne Systeme |
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Entwicklung |
IDE, Repositories, Entwicklungsumgebung |
|
Zusammenarbeit |
Chat, Videokonferenzen, Projektmanagement |
|
Infrastruktur |
VPN, Cloud-Umgebungen, erforderliche Zugänge |
|
Sicherheit |
MFA, Sicherheitsrichtlinien, Datenschutz |
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Dokumentation |
Architektur, Prozesse, technische Standards |
|
Support |
Zuständigkeiten und interne Supportwege |
Dabei gilt das Prinzip der erforderlichen Berechtigungen: Neue Mitarbeitende sollten die Zugriffe erhalten, die sie für ihre Aufgaben benötigen. Sicherheitsanforderungen dürfen nicht zugunsten eines möglichst schnellen Starts umgangen werden.
Ein guter Prozess bringt deshalb HR, Führungskraft und IT frühzeitig zusammen.
Ein funktionierender Arbeitsplatz macht eine neue IT-Fachkraft arbeitsfähig – aber noch nicht handlungsfähig.
Gerade in gewachsenen IT-Landschaften steckt ein großer Teil des relevanten Wissens nicht in einzelnen Tools, sondern in Zusammenhängen: Welche Systeme kommunizieren miteinander? Warum wurde eine bestimmte Architektur gewählt? Welche technischen Schulden sind bekannt? Wie laufen Deployments ab? Wer entscheidet bei sicherheitsrelevanten Änderungen?
Solches Kontextwissen lässt sich nicht durch eine Liste von Zugangsdaten vermitteln.
Neue IT-Fachkräfte sollten deshalb schrittweise mit den wichtigsten technischen Zusammenhängen vertraut gemacht werden. Architekturübersichten, dokumentierte Entwicklungsstandards, Pair Programming, Code Reviews oder gemeinsame Systemdurchgänge können den Einstieg erleichtern.
Praxistipp: Geben Sie einer neuen IT-Fachkraft möglichst früh eine kleine, reale Aufgabe statt einer künstlichen Übung. Ein überschaubares Ticket oder eine klar abgegrenzte Analyse vermittelt häufig mehr über Systeme, Prozesse und Zusammenarbeit als mehrere Stunden Präsentation.
Beim Remote-Onboarding fallen viele Begegnungen weg, die im Büro nebenbei entstehen. Neue Mitarbeitende treffen Kolleginnen und Kollegen nicht zufällig in der Küche, können bei einer kurzen Frage nicht einfach zum Nachbarschreibtisch gehen und nehmen informelle Abläufe weniger unmittelbar wahr.
Deshalb benötigt digitales Onboarding meist mehr bewusste Kommunikation, nicht weniger.
Bereits vor dem Start sollte geklärt sein, wann die technische Ausstattung eintrifft, wie der erste Login funktioniert und wer bei technischen Problemen erreichbar ist.
Am ersten Tag sollte die neue Person nicht lediglich einen Kalender voller Videokonferenzen erhalten. Auch digital braucht der Einstieg eine nachvollziehbare Struktur.
Sinnvoll sind beispielsweise:
Besonders wichtig ist, dass neue Beschäftigte wissen, wann sie Fragen stellen können und sollen. Wer ausschließlich digital arbeitet, kann ansonsten unnötig lange versuchen, ein Problem allein zu lösen.
Hybride Arbeitsmodelle kombinieren Büro- und Remote-Arbeit. Dadurch entstehen zusätzliche Anforderungen: Neue Mitarbeitende müssen sowohl digitale als auch persönliche Kommunikationswege kennenlernen.
Problematisch wird es beispielsweise, wenn wichtige Informationen hauptsächlich an Bürotagen informell ausgetauscht werden. Beschäftigte im Homeoffice können dadurch ungewollt vom Informationsfluss ausgeschlossen werden.
Unternehmen sollten deshalb festlegen, welche Informationen grundsätzlich dokumentiert und über welche Kanäle Entscheidungen kommuniziert werden.
Für die ersten Wochen kann es außerdem sinnvoll sein, gemeinsame Präsenztage bewusst zu koordinieren. Wenn eine neue Mitarbeiterin am ersten Bürotag allein vor Ort sitzt, obwohl das gesamte Team remote arbeitet, bringt die Präsenz kaum Vorteile für die soziale Integration.
Hinweis: Hybrid bedeutet nicht, dass jeder Termin gleichzeitig persönlich und digital stattfinden muss. Entscheidend ist, dass neue Mitarbeitende unabhängig vom Arbeitsort Zugang zu relevanten Informationen, Ansprechpartnern und Entscheidungen erhalten.
Viele Schwierigkeiten beim Einstieg entstehen nicht durch ein fehlendes Onboarding-Konzept, sondern durch kleine organisatorische Versäumnisse, die sich summieren.
Besonders häufig sind folgende Probleme.
Fehlende Hardware, Benutzerkonten oder Berechtigungen vermitteln bereits am ersten Tag mangelnde Vorbereitung.
Technische Anforderungen sollten deshalb rechtzeitig geklärt werden.
Acht Stunden Präsentationen führen nicht automatisch zu einer besonders gründlichen Einarbeitung. Neue Mitarbeitende benötigen Zeit, Informationen einzuordnen und praktisch anzuwenden.
Schulungen sollten über mehrere Tage und Wochen verteilt werden.
Wenn weder HR noch Führungskraft noch Team genau wissen, wer für die Einarbeitung zuständig ist, entstehen Lücken.
Ein Onboarding-Plan sollte deshalb Verantwortliche benennen.
Eine freundliche Begrüßung am ersten Tag genügt nicht. Gerade während der ersten Wochen sind regelmäßige Gespräche erforderlich, um Prioritäten und Erwartungen zu klären.
Neue Mitarbeitende benötigen nicht nur Prozesse und Dokumentationen. Sie müssen Beziehungen zu den Menschen aufbauen, mit denen sie künftig zusammenarbeiten.
Wer mehrere Monate auf ein ausführliches Feedback wartet, kann Fehlannahmen oder Unsicherheiten lange mit sich tragen.
Kurze regelmäßige Gespräche sind wirkungsvoller.
Ein standardisierter Grundprozess ist sinnvoll. Die fachliche Einarbeitung muss jedoch zur jeweiligen Position passen.
Das Onboarding einer Führungskraft unterscheidet sich beispielsweise deutlich vom Einstieg eines Junior Developers.
Vergleich: Schwaches und strukturiertes Onboarding
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Schwaches Onboarding |
Strukturiertes Onboarding |
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Vorbereitung beginnt am ersten Tag |
Vorbereitung beginnt vor Arbeitsbeginn |
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Zuständigkeiten sind unklar |
Verantwortliche sind festgelegt |
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Informationen werden auf einmal vermittelt |
Inhalte werden schrittweise vermittelt |
|
Technik wird nach dem Start eingerichtet |
Relevante Technik ist vorbereitet |
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Neue Mitarbeitende suchen Ansprechpartner selbst |
Ansprechpartner sind bekannt |
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Feedback erfolgt spät oder unregelmäßig |
Feedbacktermine sind eingeplant |
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Fokus liegt nur auf fachlichen Aufgaben |
Fachliche und soziale Integration werden verbunden |
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Ablauf endet nach wenigen Tagen |
Begleitung erfolgt über einen längeren Zeitraum |
Standardisierung ist dabei nicht mit Starrheit gleichzusetzen. Ein guter Prozess definiert einen verlässlichen Rahmen und lässt gleichzeitig Raum für die Anforderungen der jeweiligen Position.
Ein Unternehmen kann einen umfangreichen Onboarding-Prozess etablieren und trotzdem nicht wissen, ob er tatsächlich funktioniert.
Die Aussage „Alle Einführungstermine wurden durchgeführt“ sagt beispielsweise wenig darüber aus, ob eine neue Fachkraft ihre Rolle verstanden hat.
Sinnvoller sind mehrere qualitative und quantitative Signale.
Wie lange dauert es, bis neue Mitarbeitende wesentliche Aufgaben ihrer Position zunehmend selbstständig übernehmen können?
Dabei sollte kein pauschaler Zielwert für sämtliche Stellen gelten. Eine komplexe Führungsposition oder hoch spezialisierte IT-Rolle benötigt eine andere Einarbeitungszeit als eine standardisierte Tätigkeit.
Verlassen auffällig viele Beschäftigte das Unternehmen bereits während der ersten Monate, sollte untersucht werden, welche Ursachen dahinterstehen.
Das Onboarding ist dabei nur ein möglicher Faktor. Ebenso können beispielsweise falsche Erwartungen aus dem Recruiting, Führung, Arbeitsbedingungen oder die konkrete Position eine Rolle spielen.
Neue Beschäftigte können besonders gut erkennen, an welchen Stellen Informationen fehlen oder Prozesse unnötig kompliziert sind.
Geeignete Fragen sind beispielsweise:
Auch die Führungskraft sollte bewerten, ob der Einarbeitungsplan realistisch war und welche Inhalte künftig früher oder anders vermittelt werden sollten.
Kennzahlen sollten immer im Kontext betrachtet werden.
|
Kennzahl |
Was sie zeigen kann |
Einschränkung |
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Time-to-Productivity |
Geschwindigkeit der fachlichen Integration |
Stark abhängig von Position und Definition |
|
Frühfluktuation |
Mögliche Probleme beim Einstieg oder Erwartungsmanagement |
Ursachen können außerhalb des Onboardings liegen |
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Onboarding-Feedback |
Wahrnehmung neuer Mitarbeitender |
Subjektive Einschätzung |
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Erfüllung von Einarbeitungszielen |
Fortschritt in der Rolle |
Ziele müssen realistisch definiert sein |
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Teilnahme an Einführungsterminen |
Durchführung des Prozesses |
Sagt wenig über dessen Qualität aus |
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Technische Startbereitschaft |
Qualität der Vorbereitung |
Betrachtet nur einen Teil des Onboardings |
Eine einzelne Kennzahl reicht daher kaum aus. Aussagekräftiger wird die Bewertung, wenn Unternehmen mehrere Perspektiven miteinander verbinden.
Ein häufiger organisatorischer Bruch entsteht genau zwischen diesen beiden Prozessen.
Im Recruiting investieren Unternehmen viel Zeit in Gespräche, Candidate Experience und Kommunikation. Nach der Vertragsunterzeichnung wechseln Verantwortlichkeiten – und der persönliche Kontakt nimmt plötzlich ab.
Das kann problematisch sein, weil Erwartungen aus dem Auswahlprozess während des Onboardings auf die tatsächliche Arbeitsrealität treffen.
Wurde beispielsweise im Bewerbungsgespräch eine eigenverantwortliche Position beschrieben, sollte die Einarbeitung darauf ausgerichtet sein. Wurden bestimmte Entwicklungsmöglichkeiten oder Formen der Zusammenarbeit besprochen, sollten Führungskraft und HR diese Informationen kennen.
Aus unserer Erfahrung im IT-Recruiting ist deshalb ein sauberer Übergang besonders wichtig: Relevante Informationen aus dem Recruiting sollten strukturiert an die für das Onboarding verantwortlichen Personen übergeben werden – selbstverständlich nur soweit dies erforderlich und datenschutzrechtlich zulässig ist.
So entsteht aus einer guten Candidate Experience ein konsistenter Einstieg.
Onboarding ist primär eine organisatorische Aufgabe des Arbeitgebers. Dennoch können neue Mitarbeitende ihren Einstieg aktiv mitgestalten.
Hilfreich ist insbesondere, Fragen nicht unnötig lange zurückzuhalten.
Niemand kann am ersten Arbeitstag sämtliche internen Abläufe kennen. Wer früh nachfragt, vermeidet häufig Missverständnisse und gewinnt schneller Sicherheit.
Neue Mitarbeitende können außerdem:
Dabei sollte Eigeninitiative nicht dazu führen, dass organisatorische Defizite vollständig auf die neue Person übertragen werden. Wenn notwendige Zugänge fehlen oder Verantwortlichkeiten unklar sind, bleibt es Aufgabe des Unternehmens, diese Hindernisse zu beseitigen.
Eine kompakte Orientierung kann helfen, den eigenen Einstieg zu strukturieren:
Nach dem ersten Tag:
Kennen Sie Ihre wichtigsten Ansprechpartner und wissen Sie, wie die nächsten Tage aussehen?
Nach der ersten Woche:
Verstehen Sie Ihre grundlegenden Aufgaben, wichtigsten Systeme und Kommunikationswege?
Nach dem ersten Monat:
Können Sie zentrale Aufgaben zunehmend selbstständig bearbeiten und wissen Sie, wo Sie bei komplexeren Fragen Unterstützung erhalten?
Nach zwei bis drei Monaten:
Sind Rolle, Verantwortlichkeiten und längerfristige Erwartungen klar? Haben Sie ausreichend Feedback erhalten und fühlen Sie sich fachlich sowie sozial integriert?
Wenn mehrere dieser Fragen mit Nein beantwortet werden, lohnt sich ein Gespräch mit der Führungskraft. Häufig lassen sich fehlende Informationen oder unklare Erwartungen früh korrigieren.
Ein fixes Enddatum gibt es nicht für jede Position.
Onboarding sollte dann in die reguläre Personalentwicklung übergehen, wenn die neue Fachkraft ihre Rolle verstanden hat, wesentliche Aufgaben eigenständig übernehmen kann, relevante Ansprechpartner kennt und im Team sowie in den zentralen Arbeitsprozessen angekommen ist.
Bei manchen Positionen kann dies innerhalb weniger Wochen gelingen. Bei komplexen Fach- und Führungsrollen dauert die vollständige Integration deutlich länger.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine formale Checkliste abgeschlossen wurde. Entscheidend ist, ob aus einer neuen Mitarbeiterin oder einem neuen Mitarbeiter ein handlungsfähiges Mitglied der Organisation geworden ist.
Damit lässt sich der Onboarding-Prozess abschließend in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzen.
Ein professioneller Onboarding-Prozess lässt sich nicht auf den ersten Arbeitstag reduzieren. Entscheidend ist, dass Vorbereitung, Orientierung und Integration ineinandergreifen und Verantwortlichkeiten bereits vor dem Start geklärt sind.
Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Maßnahmen aus dem gesamten Beitrag zusammen.
|
Zeitpunkt |
Aufgabe |
Verantwortlich |
|
Vor Arbeitsbeginn |
Notwendige Unterlagen und Formalitäten klären |
HR |
|
Vor Arbeitsbeginn |
Arbeitsplatz und Hardware vorbereiten |
IT / Fachbereich |
|
Vor Arbeitsbeginn |
Accounts und erforderliche Berechtigungen anstoßen |
IT |
|
Vor Arbeitsbeginn |
Team über den Start informieren |
Führungskraft |
|
Vor Arbeitsbeginn |
Buddy oder Ansprechperson bestimmen |
Führungskraft |
|
Vor Arbeitsbeginn |
Einarbeitungsplan vorbereiten |
Führungskraft / Fachbereich |
|
Vor Arbeitsbeginn |
Informationen zum ersten Tag senden |
HR / Führungskraft |
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Erster Arbeitstag |
Persönliche Begrüßung organisieren |
Führungskraft / Team |
|
Erster Arbeitstag |
Rolle und Erwartungen besprechen |
Führungskraft |
|
Erste Woche |
Systeme und Prozesse vermitteln |
Fachbereich |
|
Erste Woche |
Erste überschaubare Aufgaben übertragen |
Führungskraft |
|
Erste Woche |
Feedbackgespräch durchführen |
Führungskraft |
|
Erster Monat |
Fachliche und soziale Integration überprüfen |
Führungskraft |
|
Nach 30–60 Tagen |
Verantwortung schrittweise erweitern |
Führungskraft |
|
Nach 60–90 Tagen |
Onboarding gemeinsam auswerten |
Führungskraft / Mitarbeitende |
Die Checkliste sollte als Grundstruktur verstanden werden. Ein Senior Software Engineer benötigt beispielsweise eine andere fachliche Einarbeitung als eine neue Führungskraft oder ein Berufseinsteiger.
Praxistipp: Hinterlegen Sie bei jedem Onboarding-Schritt nicht nur einen Termin, sondern auch eine verantwortliche Person. „IT-Zugang vorbereiten“ ist deutlich weniger verbindlich als „IT-Zugang – verantwortlich: IT-Service – abgeschlossen bis drei Arbeitstage vor dem Start“.
Selbst bei guter Vorbereitung lohnt sich am Morgen des Arbeitsbeginns ein kurzer letzter Check.
Funktioniert die Hardware? Sind die wichtigsten Zugänge verfügbar? Weiß die Person, von wem sie empfangen wird? Ist die Führungskraft erreichbar? Kennt das Team den neuen Kollegen oder die neue Kollegin? Sind Termine sinnvoll über den Tag verteilt?
Gerade der erste Arbeitstag sollte nicht mit vermeidbarer Organisation belastet werden.
Gutes Onboarding beginnt vor dem Arbeitsbeginn und entwickelt sich anschließend schrittweise von organisatorischer Vorbereitung zu fachlicher und sozialer Integration.
Während des Preboardings sollten Unternehmen dafür sorgen, dass Arbeitsplatz, technische Ausstattung, Zugänge, Ansprechpartner und ein grundlegender Einarbeitungsplan vorbereitet sind.
Am ersten Arbeitstag stehen Orientierung und persönliche Kontakte im Mittelpunkt. Neue Mitarbeitende sollten ihre Führungskraft und die wichtigsten Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, ihre Rolle verstehen und wissen, welche Aufgaben in den nächsten Tagen auf sie zukommen.
Während der folgenden Wochen nimmt die fachliche Verantwortung schrittweise zu. Ein 30-60-90-Tage-Plan kann dafür einen Rahmen schaffen, sollte jedoch an Position und Erfahrung angepasst werden.
Bei IT-Fachkräften kommen technische Anforderungen hinzu. Entwicklungsumgebungen, Berechtigungen, Sicherheitsvorgaben und technische Dokumentationen sollten nicht erst nach Arbeitsbeginn improvisiert werden.
Remote- und Hybrid-Onboarding benötigen wiederum besonders klare Kommunikationswege und bewusst geschaffene Möglichkeiten zur sozialen Integration.
Über alle Arbeitsmodelle hinweg bleiben drei Faktoren entscheidend: Orientierung, erreichbare Ansprechpartner und regelmäßiges Feedback.
Die wirksamsten Onboarding Tipps sind häufig keine spektakulären Maßnahmen. Entscheidend sind vielmehr verlässliche Prozesse.
Ein vorbereiteter Arbeitsplatz, klare Zuständigkeiten, realistische Erwartungen und persönliche Ansprechpartner schaffen die Grundlage. Anschließend kommt es darauf an, Informationen sinnvoll zu dosieren, Feedback frühzeitig zu ermöglichen und die neue Fachkraft zunehmend selbstständig arbeiten zu lassen.
Der erste Arbeitstag ist dabei wichtig, aber nur ein einzelner Abschnitt des Prozesses. Ob eine Integration tatsächlich gelingt, zeigt sich erst in den folgenden Wochen und Monaten.
Unternehmen sollten Onboarding deshalb als Verbindung zwischen Recruiting und langfristiger Personalentwicklung betrachten. Was während des Bewerbungsprozesses über Position, Zusammenarbeit und Entwicklungsmöglichkeiten vermittelt wurde, sollte sich nach dem Einstieg in der tatsächlichen Arbeit wiederfinden.
Für neue Mitarbeitende gilt zugleich: Fragen, Feedback und aktive Kontaktaufnahme erleichtern den Einstieg. Die Verantwortung für einen strukturierten Rahmen verbleibt jedoch beim Arbeitgeber.
Ein gelungenes Onboarding ist erreicht, wenn eine neue Fachkraft nicht mehr nur weiß, was sie tun soll, sondern auch versteht, warum, mit wem und innerhalb welcher Strukturen sie arbeitet.
Was bedeutet Onboarding?
Onboarding bezeichnet den strukturierten Prozess, mit dem neue Mitarbeitende fachlich, sozial und organisatorisch in ein Unternehmen integriert werden. Er beginnt idealerweise bereits vor dem ersten Arbeitstag und erstreckt sich über die Einarbeitungsphase.
Wann beginnt gutes Onboarding?
Gutes Onboarding beginnt bereits nach der Zusage beziehungsweise Vertragsunterzeichnung mit dem Preboarding. Unternehmen können in dieser Phase den Arbeitsplatz vorbereiten, Zugänge organisieren, Ansprechpartner bestimmen und den Ablauf der ersten Tage planen.
Was gehört zu einem guten ersten Arbeitstag?
Eine persönliche Begrüßung, ein vorbereiteter Arbeitsplatz, funktionierende Technik, eine Vorstellung der wichtigsten Teammitglieder sowie ein Gespräch über Rolle und Erwartungen bilden eine gute Grundlage. Der Tag sollte Orientierung schaffen und nicht mit Terminen überladen werden.
Wie lange dauert ein Onboarding?
Eine allgemeingültige Dauer gibt es nicht. Je nach Position, Erfahrung und Komplexität kann die Einarbeitung mehrere Wochen oder Monate beanspruchen. Ein 30-60-90-Tage-Plan bietet häufig eine hilfreiche Struktur, ist jedoch kein verbindlicher Standard.
Was ist Preboarding?
Preboarding bezeichnet die Phase zwischen Zusage beziehungsweise Vertragsabschluss und dem tatsächlichen Arbeitsbeginn. In dieser Zeit bereitet das Unternehmen den Einstieg organisatorisch vor und hält einen angemessenen Kontakt zur neuen Fachkraft.
Was ist ein Onboarding-Buddy?
Ein Onboarding-Buddy ist eine Kollegin oder ein Kollege, der während der ersten Wochen als zusätzliche Ansprechperson dient. Der Buddy kann insbesondere bei alltäglichen Fragen, internen Abläufen und der sozialen Orientierung helfen, ersetzt aber nicht die Verantwortung der Führungskraft.
Welche Fehler treten beim Onboarding häufig auf?
Zu den typischen Problemen zählen fehlende Zugänge, unklare Zuständigkeiten, zu viele Informationen auf einmal, mangelnde Erreichbarkeit der Führungskraft, fehlende Feedbackgespräche und eine zu geringe Aufmerksamkeit für die soziale Integration.
Wie funktioniert Remote-Onboarding?
Beim Remote-Onboarding erfolgen wesentliche Teile der Einarbeitung digital. Technische Ausstattung, Kommunikationswege, Videotermine, Dokumentationen und Ansprechpartner sollten deshalb besonders klar organisiert werden. Informelle Kontakte müssen bewusster ermöglicht werden als bei einer gemeinsamen Arbeit im Büro.
Welche Besonderheiten gibt es beim IT-Onboarding?
IT-Fachkräfte benötigen je nach Position unter anderem Hardware, Accounts, Berechtigungen, Entwicklungsumgebungen, Repository-Zugänge, technische Dokumentationen und Informationen zu Sicherheitsrichtlinien. Das Setup sollte möglichst vor dem Arbeitsbeginn vorbereitet werden.
Wie kann ein Unternehmen den Erfolg des Onboardings messen?
Mögliche Indikatoren sind Feedback neuer Mitarbeitender, die Entwicklung der fachlichen Selbstständigkeit, Time-to-Productivity, die Erreichung definierter Einarbeitungsziele und Frühfluktuation. Einzelne Kennzahlen sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden.
Ein guter Einstieg beginnt bereits bei der Auswahl einer Position, die zu Ihren fachlichen Fähigkeiten und beruflichen Zielen passt.
Wenn Sie sich beruflich im IT-Umfeld verändern möchten, können Sie sich bei Jobcrown über aktuelle Positionen informieren und passende Karrieremöglichkeiten prüfen.
Eine erfolgreiche Besetzung endet nicht mit der Vertragsunterschrift. Ein strukturierter Übergang vom Recruiting zum Onboarding hilft dabei, Erwartungen transparent zu halten und neue Fachkräfte gezielt in ihre Position einzuführen.
Wenn Sie Unterstützung bei der Besetzung von IT-Fach- und Führungspositionen suchen, können Sie mit Jobcrown Ihre aktuellen Anforderungen besprechen.
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